Die normale Route nach Ushguli führt über Zugdidi den Enguri Fluss hoch nach Mestia. Erstens ist das ein elend langer Weg wenn man aus Tiflis losfährt und zweitens ist die „Südroute“ viel spannender. Diese führt über Lentechi und Tsana über den Zagari Pass.

So, da stehen jetzt 2:45 für 75km und das ist durchaus ernst zu nehmen, denn laut meinem Tacho sind es genau 36,6 Kilometer unasphaltierte Straße und davon mindestens 30 Kilometer wirklich Off Road. Also ja, 2:45 kann man durchaus ernst nehmen. Es sei denn das Auto ist einem egal und man mag schneller fahren. Aber ich garantiere euch, die Zeit hinterher in der Werkstatt um die Schrauben wieder alle zu ersetzen die man verloren hat, wird definitv länger sein. Also, nehmt euch die Zeit, schont euer Auto und schont eure Nerven.

Bevor ihr hochfahrt, es gibt dort oben keine Tankstelle. Die letzte ist in Zageri. Also, dort vollmachen, dann kommt ihr etwa mit halben Tank wieder unten an (also hoch und wieder runter). Nix ist blöder als irgendwo auf dieser Strecke wegen Spritmangel stecken zu bleiben. Desweiteren natürlich nur Geländewangen und lasst etwas Luft aus den Reifen wenn die Zähne nicht so klappern sollen. Es wird nämlich sehr holprig. Ich bin mit dem Jeep mit etwa 1,5 – 1,6 bar gefahren und das fühlte sich ganz gut an. Zum aufpumpen empfiehlt es sich einen Kompressor mitzunehmen, denn die sehr rar gesäten Tankstellen in der Umgebung haben in der Regel keinen und der nächste Reifenfuzzi ist in Kutaissi.

Ich möchte euch auch diesen Artikel ans Herz lesen. Hier findet ihr alles über Off Road und allgemeine Hinweise über georgische Bergpässe.

Also, los gehts: In Zageri getankt? Kompressor dabei? In Lentechi noch etwas Proviant besorgt. Na dann mal los mit dem Spaß!

Die ersten 38 Kilometer sind noch unaufgeregt, da gibts noch Asphalt unter den Rädern. Wer es versäumt hat, kann auf dieser Strecke noch etwas Proviant aufladen, denn in einem der Dörfer (kurz bevor der Asphalt aufhört) gibt es einen kleinen Supermarkt auf der linken Seite.

Dann gehts erstmal in den Wald. Das heisst es gibt ein paar Schlammpfützen, die auch recht tief sein können (Achtung, Bodenfreiheit beachten, also langsam!), aber nix was einen 4×4 wirklich in Bedrängnis bringen könnte.


Wir hatten einen Gewitterschauer auf dem Weg, da waren die Schlammlöcher etwas größer, aber nichts weltbewegenes.

Weiter gehts dann rauf in Richtung Tsana. Hier fängt die Bergwelt an. Die Strecke wird teilweise sehr steinig und das geht dann schon ordentlich aufs Fahrwerk. Die Geschwindigkeit wählt man dann je nachdem wie dolle man sein Auto liebt. Ich bin da eher ziemlich langsam unterwegs.


Wenn man Tsana passiert hat, gehen ein paar enge Serpentinen hoch und die Bergwelt fängt richtig an. Auf diesem Stück der Strecke gab es zwei ernstzunehmende Hindernisse: Das eine war eine Flussdurchfahrt und das andere war ein Rest Schnee, der noch nicht von der Straße weggeräumt war. Wer das geschafft hat, schafft auch den Rest. Leider habe ich versäumt die Flussdurchfahrt zu fotografieren, Sorry….

Nach dem Schneehindernis, gab es nun nichts mehr was einem in irgendeiner Weise zum umkehren gezwungen hätte. Dafür wurden wir mit einer tollen Aussicht belohnt.

Hier ist nun der „Peak“ des Zagari Passes und es geht in ein paar Schleifen wieder runter nach Ushguli. Wir konnten dann schon die ersten Kühe sehen und somit hatte uns die „Zivilisation“ wieder.

Hier ein paar Tipps und Facts zur Strecke:

Streckenlänge: Ca. 75 km, davon etwa 36 Off Road, bzw. nicht asphaltiert
Peak: Bei etwa 2600m
Auto: Unbedingt 4×4 mit etwas Bodenfreiheit
Motorrad: Ja, aber bitte leicht (bis 800ccm ist ok) und ohne Sozius

Schaut euch auch den Artikel über Swanetien an, da gibts noch mehr Infos über Ushguli.

Jetz habe ich für euch noch ein hübsches Drohnenvideo und darunter seht ihr noch einen Text, den ich seinerzeit auf Facebook gepostet habe, weil ich mich sehr über einen Vollpfosten aufregen musste. Viel Spaß!

Hier der Facebook Post in der Gruppe „Deutsche in Georgien“:

Ich muss mich mal gerade über meine Landsleute auskotzen:

Ich habe meine Drohne in Ushguli fliegen lassen um ein paar schöne Luftaufnahmen von diesem wunderbaren Ort zu schießen.

Da kommt ein Typ an und kackt mich (auf deutsch) von der Seite an, das ich ja keinen Respekt vor der Natur hätte bla bla bla. Aber anstatt sich einer Diskussion zu stellen, zog er es vor mich einfach mit scheisse zu beschmeißen und weiterzugehen.

Daher hier meine Antwort (Sollte besagte Person das lesen):

Lieber deutscher Georgientourist. Ich mache diese Aufnahmen eben weil ich den Ort so schön finde und eben weil ich Respekt davor habe und das festhalten will. Wenn du mich schon so blöde von der Seite anmachst, dann hab wenigstens den Arsch in der Hose und stelle dich der Diskussion. Ansonsten kannst du deine Ergüsse auch gerne für dich behalten.

Ja, ich fahre Auto, Motorrad und fliege Flugzeuge. Das geht sicherlich auch umweltfreundlicher, das gebe ich zu.

Aber: Pack dich mal an deine eigene Nase. Ich glaube nämlich nicht, das du den ganzen Weg von Deutschland nach Georgien gewandert bist. Wahrscheinlich bist du mit dem Flugzeug geflogen und dann irgendwie mit dem Auto nach Ushguli hoch gefahren (ist nur ne Vermutung, aber ich glaube zu 99% zutreffend). Deine tolle Outdoor Jacke wurde wahrscheinlich von Bangladeshi Kinderhänden zusammengenäht und dann per Container um die halbe Welt geschifft. Du hattest eine Plastikflasche mit Wasser dabei. Wollen wir die Plastikmüllproblematik der Weltmeere diskutieren?

Wir können alle viel verbessern und umweltfreundlicher und nachhaltiger leben. Aber ich habe eine Drohne geflogen und nicht 100 Kilo Plastikmüll in den Fluss geworfen.

Also über was willst du mit mir reden?

Sorry das ich euch mit dieser Geschichte belästigt habe, aber solche Leute regen mich einfach auf. Jeder kann mir seine Meinung sagen, aber dann stellt euch gefälligst der Diskussion.

Euch einen wundervollen Abend;)


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