Gastfreundschaft in Georgien ist schon ein spezielles Thema: „Der Gast ist von Gott gesand“, das ist ein allgemeiner georgischer Spruch, den kann man sich zu Herzen nehmen. Das wird wirklich hier gelebt.

Es ist schlicht und ergreifend unmöglich, georgische Freunde zu besuchen und nach einem Kaffee wieder das Haus zu verlassen.

Nein, es wird alles aufgefahren was der Kühlschrank und der Garten hinterm Haus so hergibt. Die Georgier reissen sich im wahrsten Sinne ein Bein aus, ihre Gäste zu bewirten. Egal wie reich oder arm die Familie ist, für den Gast kommt immer was auf den Tisch. Also, Zeit einplanen, freundlich sein und geniessen.

Mal so eben bei jemanden vorbei fahren, einen Kaffee trinken und wieder abhauen, das geht vielleicht in Deutschland. In Georgien kann man das schlicht und ergreifend vergessen.

Aber es hat auch seine Nachteile. Und das ist auch in der georgischen Kultur begründet. Es kann durchaus sein, das die Gäste einfach mal so unangemeldet vor der Tür stehen. Tja, und dann sollte man mal seine Privatsphäre vergessen und den Kühlschrank öffnen. Oder halt schnell einkaufen gehen. So wie das in Deutschland gehandhabt wird, sich nämlich Wochen bis Monate vorher anzumelden und einen Termin abzumachen ob man sich treffen kann oder nicht, gibt es in Georgien eher nicht. Da kommt man einfach vorbei. Eventuell 5 Minuten vorher ein Anruf oder eine SMS. Viel mehr Vorlaufzeit hat man als Gastgeber einfach nicht.

Irgendwie ist das ein ständiges Kommen und Gehen. Aber, Nachteil… naja, das liegt im Auge des Betrachters. Ich habe deutsche Freunde, bei denen ist das unglaublich kompliziert sich mit denen zu verabreden. Das empfinde ich in Georgien viel relaxter.

Also, deshalb einfach nicht böse sein, wenn plötzlich unangemeldete Gäste vor der Tür stehen.Man kann dem ganzen doch auch etwas Gutes abgewinnen, oder? Und wenn gar nichts im Hause ist, Kaffee ist doch eigentlich immer da;)


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