Gori

Gori ist die Hauptstadt von Inerkartlien und liegt am Zusammenfluss der Kura mit dem großen Liachwi und hat etwa 50.000 Einwohner. Die Stadt liegt etwa 70 km östlich von Tiflis. Sehr viel gibt es nicht zu sehen, eine typische georgische Kleinstadt eben.

Allerdings ist Gori die Geburtsstadt von Stalin und je nachdem wer da gerade an der Regierung ist, baut vor dem Rathaus das Stalin Denkmal auf, oder eben ab und versteckt es in irgendeinem Hinterhof. Selbst verständlich hat die Geburtsstadt von Stalin ein Museum über ihn und dieses Museum befindet sich mitten im Zentrum von Gori.

Wenn man nach Gori rein fährt, fallen einem die kleinen Häuser auf der linken Seite am Ortseingang auf. Diese Häuser sind Flüchtlingsunterkünfte und stammen aus der Zeit des Abchasien Konflikts. In diesem Krieg 1992-1993 starben mehr als 10.000 Menschen und viele Georgier mussten aus der Region fliegen und haben hier ihr neues Zuhause gefunden. Abchasien ist, neben Südossetien, eines der beide Gebiete, die nach UN Recht zwar zu Georgien gehören, allerdings von Russland defacto annektiert sind. Insgesamt machen diese Gebiete etwa 20% der Gesamtfläche Georgiens aus.

Stalin Museum

Das Stalin Museum ist in drei Abschnitte eingeteilt. Es gibt das Geburtshaus Stalins, das Museum selbst, und es gibt einen Eisenbahnwaggon den Stalin während seiner Herrschaft benutzt hat.

Das Geburtshaus Stalins ist direkt vor dem Museum zu finden und wird von einem riesigen Pavillon überdacht. In diesem Haus wurde Stalin 1878 geboren.

Das palastartige Hauptgebäude wurde 1957 eingeweiht. In den sechs Ausstellungssälen ist unter anderem die Einrichtung seines letzten Büros zu besichtigen, sowie viele Fotos und Dokumente aus der sowjetischen Zeit. Bei meinem Rundgang hat mich allerdings vieles an Propaganda und an Verherrlichung des Diktators erinnert. Das viele Georgier ein verklärtes Bild ihres Landsmannes haben, sollte man das berücksichtigen wenn man dieses Museum besucht.

Draußen steht noch der Eisenbahnwaggon von Stalin den man mit einem kleinen Aufpreis auch von innen besichtigen kann. Der Pullmann stand von 1941 an in Stalins Diensten. Unter anderem fuhr er damit zu den Konferenzen nach Jalta und nach Teheran.

 

Wer ein Gefühl haben möchte, welche Auswüchse der Stalin Kult in Georgien hat, kann sich ja mal gerne dieses Video hier anschauen. Fairerweise muss man natürlich sagen, dass es zu dieser Strömung natürlich auch Gegenströmungen gibt, also Leute die nicht der Sowjetzeit hinterherhängen sondern sich lieber weltoffen und westlich orientieren.

Kategorien: Westgeorgien

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