Swanetien, das ist im wesentlichen Mestia und Ushguli. Wir haben den Trip mal wieder mit dem Motorrad gemacht. Das ist bis nach Mestia ganz schick. Aber von Mestia nach Ushguli zu zweit auf einer BMW teilweise ganz schön harte Arbeit. Mit einer normalen Straßenmaschine würde ich das nicht unbedingt empfehlen. Wie gesagt, Mestia ist mit einem normalem Moped oder auch mit einem normalen Auto gut zu erreichen.

Wie kommt man dahin?

Nun, Tiflis kennt jeder, also nehmen wir mal das als Ausgangspunkt. Erstmal geht es über die Hauptostwestverbindung in Richtung Gori-Kutaisi-Poti. Kurz vor Poti, etwa beim Dorf Senaki biegt man rechts ab in Richtung Sugdidi. Es empfiehlt sich sehr in Sugdidi zu tanken, denn bis Mestia sind Tankstellen sehr rar. Nach etwa einer halben Stunde hinter Sugdidi befindet sich der Stausee „Patara Enguri River“. Wenn man einen hübschen Platz gefunden hat und davon gibt es so einige, loht es sich mal anzuhalten und den Fotoapparat zu zücken. Hier ein paar Drohnen-Bilder:

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Ab dort (eigentlich schon etwas eher) gehts in Serpentinen hoch in Richtung Mestia. Für die ganze Strecke sollte man schon einen Tag einplanen, denn man ist locker 9 Stunden unterwegs. Wer jetzt denkt, jaaaa, es geht doch noch kürzer über Zageri und Ghobi, das stimmt zwar, aber diese Strecke ist nur für ausgesprochene Offroad Enthusiasten zu empfehlen, die erstens das entsprechende Equipment haben und auch die Fähigkeit dieses Equipment entsprechend einzusetzen. Kurz gesagt, versuchts besser nicht. Ich habe vor mir in Georgien einen Jeep Wrangler zu kaufen und vielleicht gehe ich es damit mal an. Aber ob das so eine gute Idee ist, wage ich zu bezweifeln.

Mestia

Mestia ist die Hauptstadt von Swanetien und ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen. Es liegt etwa 1500m über dem Meeresspiegel und wer solche Höhen nicht gewohnt ist, dem können schon mal die typischen Wewehchen der Höhenkrankheit, also Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit etc. plagen. In diesem Fall, bitte überfordert euch nicht, lasst es langsam angehen und chillt erstmal einen Tag im Hotel bevor ihr euch die Wanderschuhe anzieht. Wenns gar nicht geht, gibts nur eine Empfehlung: Fahrt zurück, dann hören auch die Kopfschmerzen auf. Keinesfalls in noch höhere Lagen gehen, hört auf euren Körper!

Ich bin kein großer Wanderer, aber ich habe dort Leute gesehen, die sich zu Fuß nach Ushguli (knapp 50km) oder zum Berg Uschba (etwa 20km) aufgemacht haben. Auf dem Weg nach Ushguli sind genügend Guesthouses zum Übernachten, plant dafür zu Fuß etwa 3 Tage ein. Zum Berg Uschba kann ich wenig sagen, aber es gibt vor Ort einige Guides, die gerne darüber Auskunft geben.

In Mestia gibt es ausserdem den Königin-Tamar-Flughafen. Die Fluggesellschaft Vanilla Sky, bietet Linienflüge von Natakhtari nach Mestia an, für all dijenigen, denen das mit Auto oder Motorrad zu lange dauert. Allerding fliegen die nur VFR (Also nach Sicht) und dann kann so ein Flug schon mal wegen des Wetters ausfallen.

Mestia ist UNESCO Weltkulturerbe wegen seiner Steintürme. Im wesentlichen sind das Wehrtürme. Die ältesten sollen 900 Jahre und älter sein. Normalerweise hat beinahe jedes swanetische Haus einen solchen Wehrturm, andere Wehrtürme stehen wiederum frei. Jetzt nagelt mich bitte nicht drauf fest, es geht nur um historische Häuser, die neueren Bauten haben natürlich keinen Wehrturm. Aber das stehen ne Menge von rum und einige sind auch zu besichtigen.

Eine regionale Spezialität ist „Kubdari“, ein mit Hackfleisch gefülltes Brot. Der Oberkracher! Wir haben eins im Cafe Laila bestellt: Nicht machen, wir waren sehr enttäuscht. Und wir haben eins in Ushguli gegessen. Das war um Welten besser!

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Und noch ein paar Drohnenvideos. Dazu eine Anmerkung: Liebe Drohnenpiloten, Mestia hat einen kleinen Flughafen wo eine Menge VFR Verkehr stattfindet. Wenn ihr eure Drohne fliegen lasst, macht euch vorher klar was ihr da tut und wie die An- und Abflugrouten der Flieger in Mestia ausschauen. Drohnen und Flugzeuge sind halt keine guten Freunde….

Weg nach Ushguli

Nein, ich will euch keine Angst machen, so schlimm ist es jetzt auch nicht. Aber die Straße wird nun zu einer kleinen Herausforderung für 4×4 und zu einer großen Herausforderung für normale Fahrzeuge. Ums mal so zu sagen, entweder ihr habt das richtige Equipment, oder euer Auto sollte euch egal sein. Ihr werdet zwar ankommen, aber ein normales Fahrzeug wie ein Prius oder ein Golf hat bis Ushguli sicherlich 5 mal Bodenberührung. Plant für die für die 50 km 4-5 Stunden ein. Denn viel schneller als 10-20 km/h ist einfach nicht drin. Die Regierung ist zwar dabei eine Straße zu bauen, wann die aber fertig wird, wer weiß das schon. Ausserdem schlagen in meiner Brust zwei Herzen. Zum einen finde ich es gut wenn abgelegene Orte einen Anschluß an die Welt haben, aber es ist auch ein massiver Eingriff in die Natur der viel Fingerspitzengefühl erfordert und da sehe ich doch ein riesiges Problem. Viel Spaß, hier sind die Fotos:

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Ushguli

Ushguli besteht aus vier Dörfern die am Fluss „Patara Enguri“ aufgereiht sind. Angefangen mit Murqmeli gibt es noch Chazchashi, Tschibiani und Schibiani. Dieses kleine „Dorfensemble“ liegt auf etwa 2200m. Wer also schon in Mestia Probleme mit der Höhe hatte, wird hier sicherlich nicht glücklich werden, deshalb nocheinmal: Lasst es langsam angehen, mit Höhe ist wirklich nicht zu spaßen. Ich war mal in Cusco in Peru, das liegt auf etwa 3500m und es hat mich mal komplett ausgeknockt.

Es gibt auch hier eine Menge Guesthouses, die im Sommer doch recht gut gebucht waren. Wer sich also sicher sein will, sollte sich vorher erkundigen und seinen Schlafplatz im Vorfeld buchen.

Natürlich kann man wieder super Wandern gehen (wie gesagt, nix für mich). Der Berg Schchra ist 12 Kilometer entfernt und man kann dieses gewaltige Stück Felsen von Ushguli aus sehen. Eine Besteigung soll aber schwierig sein und ist nur absoluten Profis vorbehalten.

Im Ort selbst gibt es das Cafe „Enguri“. Im oberen Stock gibt es ein kleines improvisiertes Kino in dem nur ein Film gezeigt wird: „Dede“. Die Geschichte handelt von einem Mädchen was zwangsverheiratet wurde und sich gegen die gesellschaftlichen Normen auflehnt. Der Film wurde hier in Ushguli gedreht und ist in swanetischer Sprache und englischen Untertiteln zu sehen. Hier ist ein Trailer:

So, und nun genießt einfach die Fotos:

Kategorien: Westgeorgien

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